Schloss Hunyadi
Schloßgasse 6

Dreiflügelige
spätbarocke Schlossanlage, die Mitte des 18. Jahrhunderts vom Wiener Kaufmann
Joseph Patuzzi auf dem Areal eines Freihofes und zweier angrenzender Grundstücke
erbaut wurde. Der Festsaal im 1. Stock des Mitteltraktes weist reiche Rokoko-Stuckornamente
auf. Im rechten Seitenflügel befindet sich eine in der Höhe über beide Geschoße
reichende Kapelle, die der hl. Maria geweiht ist. Ein Deckenfresko zeigt die
Verherrlichung Mariens, zentrale Figur des Barockaltares ist eine Muttergottesstatue.
Im Erdgeschoß des linken Seitentraktes war der Pferdestall untergebracht.
Eine Wagenremise und ein Pförtnerhäuschen, die durch ein Portal verbunden waren,
das den Komplex gegen die Straße abschloss, wurden im Zuge der Anlage des Parkplatzes
vor dem Schloss abgerissen.
1766 bestätigte Kaiserin Maria Theresia das Freihofprivilegium für diese Schlossanlage.
Nach dem Tod Joseph Patuzzis wechselte das Schloss mehrmals die Besitzer. Seinen
heutigen Namen hat es vom Ehepaar Alexandrine und Koloman Graf Hunyadi, die
von 1876 bis 1901 die Schlossherren waren. Koloman Graf Hunyadi war kaiserlicher
Zeremonienmeister. Das Schloss erlebte zu dieser Zeit seine wohl glanzvollste
Epoche, es ist verständlich, dass gerade der Name dieser Besitzer auf das Gebäude
überging.
Nach
dem 1. Weltkrieg wurde ein Teil des Schlosses in eine Keks- und Teigwarenfabrik
umgewandelt, die Produktionsräume waren in den ehemaligen Stallungen. Ein Großteil
des Gebäudes diente Wohnzwecken. Die Teigwarenfabrik bestand bis 1955, dann
suchten die Eigentümer nach einem Käufer. Um den Komplex vor einer industriellen
Nutzung zu bewahren, die auch den Schlosspark einbezogen hätte, erwarb die Gemeinde
1961 den Besitz und öffnete ihn für die Bevölkerung. Das Schloss Hunyadi dient
heute nicht nur als Veranstaltungszentrum für Konzerte, Dichterlesungen, Bälle,
Ausstellungen, Empfänge, Hochzeiten und Familienfeiern und Seminare. Auch die
Gemeinderatssitzungen werden hier abgehalten; der Sitzungssaal befindet sich
im 1. Stock des rechten Seitenflügels. 2004 erfolgte eine Generalrenovierung,
ab 2005 ist ein Gastronomiebetrieb im Erdgeschoß des Südflügels
sowie ein Internationales Institut im 2. Stock untergebracht.

Bemerkenswert
sind neben Stuck und Wandmalereien sowie einem schmiedeeisernen Stiegengitter
auch vier riesige gemalte Gobelins, die vier Jahreszeiten darstellend, die der
Maria Enzersdorfer Maler Prof. Carlos Riefel (1903-1993) im Auftrag der Marktgemeinde
Maria Enzersdorf für das Schloss Hunyadi angefertigt hat.
Im Schlosspark, der sehr alten Baumbestand aufweist und in seiner Wegeführung
der ursprünglichen Anlage angeglichen wurde, befinden sich zwei Kinderspielplätze.
zuletzt geändert: 07.4.2009